Dienstag, 27. Oktober 2009

Hol mal die Millionen, Schatz!! 200Euro = 3 Mill. Rupien

So,
fast haben wir es geschafft, in weniger als 24 Stunden werden wir hoffentlich wieder wohlbehalten und munter in Muenchen landen.
Bevor es jedoch so weit ist, moechten wir noch schnell von den letzten Tagen erzaehlen.

Nach Tasmanien waren wir 4 Tage bei meiner Familie in Brisbane, haben das wunderbar warme Wetter genossen, haben ein Abschiedsbad im australischen Meer genommen und sind dann auch schon weiter nach Sydney gejetet. Auch hier traumhaftes Wetter und so langsam kam der Gedanke auf, dass es doch doof ist, Australien beim schoensten Sonnenschein zu verlassen, wo wir doch soviele Regentage brav erduldet haben.

Aber macht nichts, und ein paar Stunden spaeter sind wir im schwuel-warmen Singapur gelandet. Nach einer schnellen Besichtigung ging es auch schon am naechsten Tag weiter nach Bali und hier war erstmal Faulenzen und Sonnenbaden angesagt. Auf den ersten Sonnenbrand folgte leider auch eine ziemlich deftige Erkaeltung (oder wars vielleicht doch die Schweinegrippe ;o) ).
Jedenfalls hat es erst Tobi und dann mich erwischt. In Ubud ging es uns noch gut, wir haben viel angeschaut, hatten einen Tag einen privaten Chauffeur, der uns einen Teil der Insel gezeigt hat, aber zurueck in Kuta/Legian hat es uns richtig erwischt. Hatten fuer die letzten beiden Tage noch einiges vor, ist dann aber krankheitsbedingt ins Wasser gefallen. Dafuer haben wir viel geschlafen und am Pool in der Sonne gelegen und massenhaft Buecher gelesen.
Jetzt sind wir wieder fit, haben heute nochmal Singapur erkundet, eine wirklich langweilige Stadt, und in einer Stunde wird uns auch schon der Airport-Bus abholen und dann gehts auf nach Hause!!

Werden morgen um 10:40 landen, dann erstmal ein paar Tage bei Muriels Familie wohnen und am Sonntag (1. Nov) ziehen wir wieder in die Lessingstr.
Freuen uns schon sehr darauf, euch alle so bald wie moeglich wieder zu sehen.
Viele liebe Gruesse
Muriel und Tobi

Freitag, 9. Oktober 2009

Under Down Under – Auch Tasmanien genannt



So, kaum haben wir eine Woche im Camper gefroren, melden wir uns auch schon wieder.
Sind letzten Sonntag gut in Hobart gelandet (der Flughafen ist wirklich mini-mini-klein) und dann fröhlich und munter in flottem Tempo um die Insel geflitzt. 1259km in knappen 4 Tagen soll uns erst mal einer nachmachen, wenn man nebenher auch noch ein paar Sehenswürdigkeiten anschaut ;o) Somit haben wir auch unsere 25.000 gefahrenen Kilometer in Australien voll gemacht und nun reichts fürs Erste.



Unsere Tasmanien-Tour haben wir in Port Arthur begonnen, einem ehemaligen Gefängnis-Städtchen und Vorreitermodell des modernen Justizvollzugs. Wenn man diesen landschaftlich so schön gelegnen Ort betrachtet, kann man sich nur schwer vorstellen, dass in den Jahren 1830 bis 1877 etwa 12.500 Verbrecher hier lebten, arbeiteten und zu „besseren“ Menschen umerzogen werden sollten.



Am nächsten Tag ging es weiter in den Freycinet Nationalpark, wo ein sehr zutrauliches Kanguru als Begrüßungskomitee abgestellt war. So nah hatten wir bis jetzt noch kein Junges aus seinem Beutel schauen sehen...



Bekannt ist der Nationalpark jedoch nicht für seine Kangurus, sondern für die Aussicht auf die Wineglass Bay. Netterweise machte der Regen hierfür eine kurze Pause und wir konnten den Ausblick mit Sonnenschein geniessen.

Wieder einen Tag später waren wir schon im Nordwesten angekommen, an einem der atemberaubendsten Nationalparks den Australien zu bieten hat. Dem Cradle Mountain – Lake St. Clair Nationalpark.




Wieder einen Tag später, auf dem Rückweg nach Hobart gerieten wir in diesen kleinen „Stau“, mitten auf dem Highway.





Ja und zu guter Letzt durften wir das letzte Wetterextrem, dass wir in Australien noch nicht am eigenen Leib erfahren hatte, erleben: Schnee. Hoch über der Stadt, auf dem Mt. Wellington sah es nämlich so aus:



So, dass wars auch schon wieder von uns aus Tasmanien. Die unzähligen Fotos erwarten euch schon wenn wir wieder zurück sind. Macht euch also gefasst...!!

Nach der unglaublichen Kälte der letzten Tage (zwischen 0 und 12 Grad) fliegen wir morgen erstmal zu Muriels Tante nach Brisbane, wo es warme 28 Grad hat und dann geht es am 17. Oktober auch schon weiter nach Singapur und Bali, bevor wir am 28. Oktober wieder in München landen.
Wir freuen uns schon sehr, euch alle ganz bald wieder zu sehen!!!
Viele liebe Grüße
Muriel und Tobi

Sonntag, 20. September 2009

Ein „wicked-Abenteuer“



Hallo Zusammen,

lange haben wir ja nichts mehr von uns hören lassen, aber wir können Euch beruhigen, uns allen geht es gut. Wie Ihr vielleicht noch mitbekommen habt, sind wir am Morgen des 5. Septembers von Perth nach Sydney geflogen, um dort unsere Freundin Sarah zu treffen und mit ihr bis nach Aidelade zu fahren. Da wir unsere kleine Daisy in Perth weiterverkauft haben, mussten wir uns in Sydney einen „wicked camper“ mieten. Diese Camper sind die günstigste Möglichkeit, wie wir unseren Roadtrip durch die Weiten Australiens fortsetzen konnten. Aber leider stimmt auch hier der Spruch „man bekommt das, wofür man gezahlt hat.“ Denn die wicked-Vans sind kurz ausgedrückt, der letzte Mist, der auf den Straßen fahren darf. Diese Erfahrung mussten wir bereits nach einem Tag machen. Aber alles der Reihe nach.
Trotz des frühen Aufstehens (4:00 am) und des langen Flugs erreichten wir gut gelaunt und erwartungsvoll Sydney. Hier aber verließ uns unsere gute Laune schnell. Unsere erste Aufgabe war es, unser Mietauto aus dem Depot abzuholen. Zu diesem Zweck nahmen wir uns ein Taxi und teilten dem Fahrer unser Ziel mit. Normalerweise kann man davon ausgehen, dass ein Taxifahrer seine Stadt kennt und weiß, wo das Ziel zu finden ist, oder zumindest sein Navi zu Rate zieht. Ausnahmen bestätigen aber bekanntermaßen die Regel und wir saßen nun bei einer Ausnahme im Auto. Trotz häufigeren nachfragens, ob er denn wüsste, wo das Ziel sei, versichert uns der Fahrer, er kenne den Weg. Das war aber offensichtlich nicht der Fall! So fuhren wir planlos durch die Vororte Sydneys und das Taxameter lief lustig vor sich hin. Irgendwann riß uns der Geduldsfaden und wir ließen uns von dem Taxifahrer eine Straßenkarte geben und sagten ihm nun, wie er fahren muss. Nach 5 Minuten erreichten wir unser Ziel.
Am wicked Depot angekommen, erledigten wir die Formalien und konnten kurz danach unser neues Fortbewegungsmittel in Empfang nehmen und wünschten uns schnell unsere Daisy zurück. Wir sahen nun aus der Nähe, welche Schrottkisten von wicked vermietet werden. Aber alles Jammern half nichts, denn wir mussten unsere Reise ja irgendwie finanzierbar fortsetzen. Also bepackten wir das Auto und fuhren los, um Sarah einzusammeln und unsere erste Nacht zu dritt auf einem Camping Platz in Sydney zu verbringen.
Am nächsten Tag brachen wir dann zu unserem ersten größeren Ziel, den Blue Mountains, auf. Nun sollten auch die Problem mit dem wicked Camper richtig los gehen. Ahnungslos tankten wir das Auto voll und fuhren über den Highway in Richtung Blue Mountains. Nach ein paar Kilometer war wegen eines unerträglichen Benzingestanks an ein normales Fahren nicht mehr zu denken. Glücklicherweise war das Wetter gut und wir konnten hin und wieder die Fenster öffnen und etwas frische Luft schnuppern. Als nächstes hatten wir das Problem, dass das Auto ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h so stark zu wackeln anfing, das wir kurzfristig dachten, es fällt gleich auseinander.

Auch wenn es nicht mehr danach aussah, erreichten wir mit viel Geschick und Glück unser Ziel, den netten kleinen Ort Katoomba.

Hier bestaunten wir die „Three Sister“ eine markante Felsformation, machten einen kurzen Spaziergang und suchten uns ein Plätzchen, an dem wir die Nacht verbringen konnten. Als am nächsten Tag die Probleme nicht aufhörten, waren wir von dem Auto so genervt, dass wir bei der wicked Roadside Assistance anriefen und uns die Adresse des nächstgelegenen Mechanikers geben ließen. Dieser warf nur einen Blick unter das Auto, rief bei wicked an und nach einem kurzem Telefongespräch war entschieden, dass wir nach Sydney zurückfahren werden und das Auto umtauschen müssen. Freundlicherweise erklärte uns der Mechaniker die Probleme die wir hatten. Der Benzingeruch wurde durch einen, beim Kücheneinbau im hinteren Teil des Autos, angebohrten Tank verursacht. Wenn der Tank komplett gefüllt war, schwappte nun das Benzin fröhlich durch dieses Loch über. Das Wackeln das Autos wurde durch ein defektes Gelenk am Lenksystem verursacht und stellte ein großes Sicherheitsrisiko dar. Der Mechaniker empfahl uns, schnellstmöglich nach Sydney zurückzufahren und das Auto dort umzutauschen. Gesagt, getan. In Sydney angekommen wusste das Depot natürlich nichts von der Sachlage und wir mussten alles noch mal erklären. Bei der Auswahl unseres nächsten Vans ließen wir nun entsprechende Sorfalt walten und nervten damit die armen wicked Angestellten. Letzten Endes fanden wir doch noch ein Auto, welches in einigermaßen gutem Zustand zu sein schien. Nachdem wir uns dafür entschieden hatten, stellten wir aber auf nachfragen fest, dass unser neues Gefährt über 600.000 km auf dem Buckel hat und immer noch der Originalmotor im Auto verbaut ist. (Naja, ums vorwegzunehmen, bis jetzt läuft die Kiste noch.)

Endlich konnten wir wieder auf die Straße und unsere Reise fortsetzen. Von Sydney fuhren wir über das Kangaroo Valley, wo wir den Exil-Bayer Richard kennen lernen durften, nach Canberra und von dort aus weiter nach Melbourne. Auf dem Weg sahen wir wieder viele Gründe, welche die australische Natur und Landschaft so einzigartig machen. Grüne Weiten, türkises Meer, eine lustige Tierwelt mit Kängurus und Wombats und auch (was man weniger erwartet) schneebedeckte Berggipfel.



Die Stimmung in unserer kleinen Reisegruppe ist bis jetzt ungetrübt und heiter.



In Melbourne haben wir nun erstmal bei Jakob und Julia für ein paar Tage Unterschlupf gefunden und konnten den Camper erstmal gegen vier feste Wände und ein Dach (und ein bequemes Bett) eintauschen.
Wir werden uns in den nächsten Wochen wieder häufiger bei Euch melden, versprochen.

Bis dahin schicken wir Euch liebe Grüße und freuen uns schon auf ein baldiges Wiedersehen.

Euer Tobi und Eure Muriel

Freitag, 4. September 2009

Ein Lebenszeichen

Hallo ihr Lieben,

ja, wir muessen uns schaemen, dass wir schon wieder so lange nichts von uns haben hoeren lassen. Die letzten Wochen sind einfach so verlogen, wir wissen gar nicht so wirklich wohin.
Wir haben jedenfalls die letzten beiden Wochen in Perth verbracht und alles verlief etwas anders als gedacht. Nachdem es die letzten Tage On The Road nur noch geregnet hatte, sind wir etwas frueher nach Perth gefahren, genau genommen 5 Tage frueher.
Dort haben wir schnell ein privates Zimmer bei Steve gefunden und haben da auch nur die Haelfte der Miete gezahlt, als in einem Hostel. Dort haette uns ein Doppelzimmer ein Vermoegen gekostet. Nachdem wir Donnerstags angekommen waren, haben wir am Freitag die Verkaufszettel fuer unsere Daisy ausgehaengt und am Sonntag hatten wir unsere "Kleine" auch schon verkauft. Lustigerweise wieder an drei deutsche Jungs, die sich vom Fleck weg in Daisy verliebt hatten und sie auch sofort gekauft haben. Dank unserer guten Wartung und Pflege haben wir auch noch 600$ Gewinn gemacht. Nachdem unsere Ersparnisse so langsam aufgebraucht sind, war das natuerlich eine sehr willkommene Finanzspritze ;o)

Morgen fliegen wir schon wieder nach Sydney, holen unseren Wicked-Camper ab, packen die Sarah ein und duesen los. Erstmal gehts in die Blue Mountains und von dort nach Canberra, Melbourne, Kangaroo Island und Adelaide.
Von dort erlauben wir uns noch einen kurzen Abstecher nach Tasmanien und zu meiner Tante nach Brisbane, bevor es dann auch schon wieder Richtung Heimat geht.

So, das war jetzt mal ein kurzes Lebenszeichen, wir werden uns die naechste Zeit wieder ausfuehrlicher melden.
Liebe Gruesse
Muriel

Donnerstag, 13. August 2009

Von unterwegs

Hallo ihr Lieben,

lange haben wir schon wieder nichts mehr von uns hören lassen und wir haben das Gefühl, die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon ist wieder Mitte August (wo sind der Mai, Juni und Juli hin?!?!) und natürlich haben wir wieder viele viele Kilometer zurück gelegt. Heute waren wir in Coral Bay in Western Australia und haben beschlossen, dieses Kaff in Expensive Bay umzubenennen. Die Preise im dortigen Supermarkt waren so extrem überteuert, dass wir uns aus Protest mit Daisy gleich wieder auf die Socken gemacht haben, um den Supermarkt zu boykottieren.

Seit Darwin sind wir schon wieder gute 3000km gefahren und häufig kann man hier auch nicht viel anderes machen als fahren. Ehrlich gesagt macht dies aber auch den Reiz des Landes aus, die enormen Distanzen zu „erfahren“ und zu erschwitzen ;o) Heiss war es die letzten Wochen zu genüge, die Sonne hat erbarmungslos runtergebrannt und wir haben uns Regen gewünscht. Den haben wir dann endlich vorgestern bekommen. Morgens um 6 Uhr wurden wir von einem sanften Regengetrommel auf unser Autodach geweckt und den restlichen Tag von einem gigantischen Spiel aus Wolken und Sonnenschein über endlosen Weiten belohnt. Zwischendrin haben wir ein bisschen in den türkisesten Wassern die wir je gesehen haben geschnorchelt. Da waren wir nämlich am westaustralischen Pendant zum Great Barrier Reef, dem Ningaloo Reef. Dieses beginnt auf der Cape Range Peninsula (Halbinsel) bei Exmouth und zieht sich 270km nach Süden Richtung Perth.

An diesem besagten Regentag, dem ersten seit ca. 7 Wochen, haben wir eine sehr inspiriererende Erfahrung gemacht. In der Warteschlange am Eingang des Cape Range Nationalparks steht vor uns ein sehr, sehr alter Oldtimer mit argentinischem Kennzeichen. Staunend sitzen wir im Auto und überlegen wohl, was das für Leute sind, die mit einem solchen Auto von Argentinien bis Alaska fahren und nun auch noch Australien und Asien bereisen, als ein schlaksiger Mann und ein kleiner Junge aussteigen. Kurz darauf hält dieser Mann ein kleines Etwas im Arm und Muriel mutmaßt erstmal, dass das wohl eine Puppe sein muss. Dem war jedoch nicht so und wir sind schwer beeindruckt, dass es Menschen gibt, die eine solche Reise mit einem Säugling und einem ca. vier jährigen Jungen wagen. Kurz darauf im Visitor Center wird das Staunen noch größer. Plötzlich ist da noch ein etwas älterer Junge, der wohl auch zu der Familie gehört. Ja und dann sitzt da noch ein kleines Mädchen in der Kinderspielecke, das zu keinem zu gehören scheint. Ja und hier wandelt sich das Staunen in Fassungslosigkeit. Kann es denn sein, dass diese beiden Argentinier tatsächlich mit einem so alten Auto, es ist 81 Jahre alt, wie sich später heraus stellt, und vier kleinen Kindern (im Alter von 5 Monaten bis 7 Jahren) um die Welt reisen???!!
Lustigerweise war diese Familie dann auf dem gleichen Campingplatz wie wir und wir hatten die Gelegenheit, uns ausgiebig mit ihnen zu unterhalten. Diese beiden Abenteurer haben irgendwann vor ein paar Jahren beschlossen, ihren Traum wahrwerden zu lassen, haben das alte Auto gekauft und sind losgetuckert. Sie sind seit nunmehr 9 Jahren auf der Reise, jedes ihrer vier Kinder wurde währende der Reise in einem anderen Land geboren und sie wollen auch noch eine ganze Weile so weiter machen. Für uns war diese Familie eine große Inspiration und hat uns die Antwort auf eine Frage gegeben, die wir uns beide schon seit einiger Zeit stellen. Ist es möglich, mit Kindern große Reisen zu unternehmen und längere Zeit unterwegs zu sein oder ist man als Eltern gezwungen, sesshaft zu werden? Diese Familie hat uns aufgezeigt, dass es sehr wohl geht, auch mit Kindern seinen Traum vom Reisen zu erfüllen und man auf sein Herz hören muss, anstatt sich irgendwelchen Konventionen zu unterwerfen. Herman hat es so schön auf den Punkt gebracht: „Möchtest du lieber 4 Kugeln Eis, die zwar gut, aber nicht dein Lieblingseis sind, oder lieber eine Kugel deines Lieblingseises und dafür weniger?“
Wer sich für die Reise der Sechs interessiert, schaut am besten einfach mal auf ihre Homepage www.sparkyourdream.net oder liest ihr Buch. Für uns persönlich waren sie eine große Bereicherung und Inspiration.
Ansonsten möchte Tobi an dieser Stelle einbringen, dass Fliegen absolut unnötige Kreaturen sind und abgeschafft gehören und dass unsere Daisy die Allerbeste ist.

Die nächsten zwei Wochen werden wir gemütlich die letzten 1000km bis Perth fahren (wenn wir das schaffen, sind jetzt so daran gewöhnt, täglich 600km zu fahren, dass wir wahrscheinlich viel eher in Perth sind) und dann hoffentlich so schnell wie möglich einen neuen Besitzer für Daisy finden. Frühmorgens am 5. September fliegen wir dann nach Sydney und treffen da unsere Freundin Sarah und werden entspannt in 4 Wochen 2000km über Melbourne nach Adelaide fahren. Das wird eine echt Herausforderung so langsam zu sein ;o)

Auch werden sich einige sicherlich noch immer wundern, warum wir doch schon früher nach Hause kommen, wo wir hier soviel erleben und es uns wirklich gut geht.
Gerne möchte ich versuchen, dass nochmals in Worte zu fassen.
Wenn man soviel Zeit hat wie wir, und davon so viel Zeit mit Autofahren verbringt, hat der Geist unendlich viel Zeit, in die Weite zu schweifen und nachzudenken. Genau das war auch beabsichtigt, haben wir beide eine Auszeit gebraucht, um über unsere Leben nachzudenken, darüber was wir die nächsten Jahre gerne verwirklichen möchten, wo es bei Muriel im Studium hingehen soll, in welchem Bereich sich Tobi nach unserer Rückkehr entfalten möchte, wie es um unsere Beziehung und unser Zusammenleben steht, was die Familienplanung besagt usw. ...
Nach endlosem Nachdenken und vielen Diskussionen haben sich einige Dinge herauskristallisiert, die wir nun natürlich gerne auch bald in die Tat umsetzen möchten. Tobi hat seine Berufsphilosohie (für den Moment) gefunden und möchte in diesem Bereich seinen Doktor schreiben, bei Muriel haben sich Ideen für die Magisterarbeit herausgebildet usw. usf. Hauptsächlich hat die Reise jedoch dazu beigetragen, sehr viel über unsere Beziehung zu lernen. Zu wissen, dass wir es auch miteinander aushalten, wenn wir monatelang 24 Stunden am Tag aufeinander sitzen, dass wir uns streiten und auch wieder vertragen, dass wir als Team sehr gut zusammenspielen und am wichtigsten, dass wir eine gemeinsame Zukunft bestreiten wollen.
Das ist die eine Seite der Geschichte. Die andere Seite besagt, dass es wunderschön ist, mit einem Bus durch Australien zu reisen, aber auch sehr anstrengend. Dauernd muss man Entscheidungen treffen, wo man nachts schläft, wohin man fährt, wo man tankt, wo man einkauft usw. Das hört sich nach Kleinigkeiten an, bestimmt aber unseren Alltag und so frei wie man sich denkt, ist man eben doch nicht. Gerade hier in Western Australia sind wir ohne einen Allradantrieb an die geteerten Straßen gebunden und können viele interessante Dinge nicht anschauen. An vielen Stellen darf man nicht im Auto schlafen und so müssen wir uns Nischen suchen, wo wir nicht entdeckt werden oder weiterfahren. Und wenn nur alle 300km eine Tankstelle oder ein Laden kommen, muss man auch hier sehr sorgfältig planen, um am Ende nicht ohne Diesel oder Essen dazustehen.
Eine weitere Sache, die uns nicht bewusst war, ist die kulturelle Eintönigkeit Australiens. Zwar gibt es hier Einwanderer aus über 50 verschiedenen Ländern, aber irgendwie ist doch alles zu einer großen australischen Kultur verschmolzen, die sehr viel aus Angeln, Vietnam-Veteranen und Zweiter Weltkrieg Denkmälern besteht. Natürlich auch noch aus jeder Menge mehr, aber im Endeffekt ist die australische Kultur der unseren doch so ähnlich, dass es nur wenig Neues zu entdecken gibt und es uns irgendwie fehlt, wie beispielsweise in Asien dauernd auf Neues, uns Ungewohntes zu stoßen, dazu gezwungen zu werden neue Lebensformen kennenzulernen und unsere Eigene zu überdenken, ja man hier einfach in einem gewohnten Denken bleiben kann, ohne mit anderem konfrontiert zu werden. Die Natur hier ist zwar wunderschön, aber sie alleine reicht nicht, um uns das Gefühl zu geben, Neues zu entdecken und Neues zu lernen, uns mit ungewohnten Dingen auseinander setzen zu müssen, uns daran zu stoßen und zu reiben und umzudenken. Genau diese Erfahrung fehlt uns hier und so ist in uns das Gefühl herangereift, dass Australien seine Schuldigkeit für uns getan hat, wir hier sehr viel erlebt und gesehen haben, aber es auch nicht mehr Mehr zu bieten hat. Wir könnten natürlich noch länger bleiben und würden sicherlich auch noch anderes sehen und erleben, gerade die Kultur der Aborigines hätte noch viel zu bieten, aber es ist sehr schwer dort hinein einen Einblick zu bekommen, und so haben wir für uns beschlossen, dass wir genug gesehen und erlebt haben und dies lieber in guter Erinnerung behalten und uns neuen Abenteuern widmen möchten. Das wir früher heimkommen heisst beileibe nicht, dass wir vom Reisen genug haben, sondern viel mehr, dass es noch so viel zu sehen gibt, dass wir uns das restliche halbe Jahr lieber für wann anders aufheben ;o) Es ist also damit zu rechnen, dass wir nach Muriels abgeschlossenem Studium und Tobis hoffentlich geschriebener Doktorarbeit wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen werden. Momentan möchten wir beide gerne die vielen unterschiedlichen Kulturen Europas kennenlernen, Städte sehen die Baukunst und Geschichte haben, einfach mehr lebendiges Leben und Kultur kennenlernen. Ein weiterer, wenn auch nicht ganz ungefährlicher Traum ist Afrika und eine Einladung nach Argentinien haben wir auch schon ;o)

Jetzt habt ihr einen kleinen, wenn auch nicht ganz kurzen Einblick in unser Seelenleben bekommen und könnt uns hoffentlich verstehen. Wenn nicht ist es auch egal, man muss ja nicht jedes Hirngespinnst verstehen ;o)

Ganz viele liebe Grüße aus dem weiten Western Australia
und wir freuen uns schon sehr auf euch und auf gutes Weißbier, Brezln, Leberkäse und bayrische Kultur (Jawoll, die kann einem nämlich ganz schön abgehen ;o) )

Muriel und Tobi

Mittwoch, 29. Juli 2009

Neuigkeiten

Hallo ihr Lieben,

wie versprochen melden wir uns nun wieder aus Darwin und habe jede Menge Neuigkeiten. Alle die uns schon "wahnsinnig" vermissen dürfen sich freuen, wir kommen nämlich schon früher heim!!
Wir haben nach langem Hin- und Herüberlegen beschlossen, unseren Australien-Aufenthalt auf ein halbes Jahr zu verkürzen und am 28. Oktober wieder in München zu landen.

Die letzten Wochen hatten wir viel Zeit zu überlegen und nachzudenken, vor allem wie zuhause alles weitergehen soll und was wir nach unserer Rückkehr machen möchten. Diese Frage hat sich vor allem für Tobi gestellt, der sich neuorientieren möchte und gerne in die Richtung Kinder, Sport und Prävention gehen würde. In diesem Rahmen steht auch die Idee im Raum, eventuell eine Doktorarbeit zu schreiben.
Weiterhin ist es durch die Wirtschaftskrise momentan leider ziemlich schwierig, hier an Arbeit zu kommen, wenn man nicht gerade Bananen oder Mangos ernten möchte. Unser beider Ziel war es, eine Arbeit bzw. ein Praktikum zu finden, dass uns auf unserem persönlichen Lebensweg voranbringt. Leider konnten wir dies nicht so realisieren wie gewünscht und haben deshalb beschlossen, hier nicht noch ein halbes Jahr mit Suchen zu verbringen und am Ende nichts zu finden, sondern lieber zuhause weiterzumachen.
Muriel wollte eigentlich in dem Bereich Friedens- und Konfliktforschung ein Praktikum machen, aber auch das wäre letztendlich nur durch ein zu teures Auslandssemster (6000€ für ein Semester) zu realisieren gewesen und so macht sie lieber zuhause mit der Uni weiter.
Ja und irgendwie vermissen wir Europa doch auch sehr, ist Australien zwar landschaftlich ein wahnsinnig schönes Land, kann es kulturell einfach nicht soviel bieten und es ist etwas ernüchternd, tausende von Kilometern zu fahren und es ändert sich einfach nichts am Essen, an der Sprache, an der Architektur, einfach an der Kultur.

Somit werden wir jetzt die nächsten vier Wochen damit verbringen von Darwin nach Perth zu fahren, dort hoffentlich das Auto verkaufen zu können um uns dann mit unserer Freundin Sarah in Sydney zu treffen. Mit ihr wollen wir den September über die Strecke Sydney – Melbourne – Adelaide bereisen, bevor wir am 17. Oktober über Singapur und Bali (eine Woche) zurück nach Deutschland fliegen werden.

Wahrscheinlich seid ihr jetzt alle ziemlich überrascht, dass wir doch schon früher wieder heimkommen und hoffentlich freut ihr euch auch schon sehr, uns wieder zu sehen, so wie wir uns freuen, euch alle bald wieder zu sehen.

Viele liebe Grüße aus dem heissen Darwin
Muriel und Tobi

Mittwoch, 22. Juli 2009

Outback-Impressionen



Hallo liebe Mitreisende,

damit ihr endlich, endlich Fotos von dieser Reise zu sehen bekommt, habe ich (Muriel) mir die Arbeit gemacht, während der Fahrt vom Uluru (Ayers Rock) zurück nach Alice Springs, einige Fotos zu verkleinern, damit wir sie hochladen können. Orginialgrößen schafft das Internet hier leider nicht, zumindst nicht das Umsonst-Internet von McDonalds ;o)
Leider ist mir von dem dauernden auf den Bildschirm schauen und Kurven fahren jetzt ganz schlecht geworden, also wisst die Bilder zu schätzen ;o)

Nachdem wir nun im geographischen Herzen Australiens waren und den Uluru in regelrechtem Sturmwetter umrundet haben, noch einen Abstecher in das Valley of the Winds in den Kata Tjuta gemacht haben, geht es nun auf die lange Fahrt hoch nach Darwin. Auf dem Weg dorthin werden wir noch die Katherine Gorge besuchen, in den heissen Quellen von Mataranka schwimmen und ein paar Tage im Kakadu Nationalpark verbringen. In Darwin oben werden wir dann hoffentlich 3-4 Wochen Arbeiten können und uns um den weiteren Verlauf dieser Reise kümmern, in der wir dann „sesshaft“ werden möchten. Soll heissen, wir werden uns Arbeit und ein Praktikum suchen, wo genau wissen wir noch nicht.

In Darwin werden wir hoffentlich schlauer sein und uns wieder bei euch melden.
Viele liebe Grüße
Muriel und Tobi