Mittwoch, 15. Juli 2009

Endlose Weiten...


Hallo ihr Daheimgebliebenen,

nach 2 Tagen Fahrt durch endlose Weiten und buchstäbliches Nichts, haben wir Mt. Isa erreicht und somit die Hälfte des Overlander Ways zwischen Townsville und Tennant Creek bezwungen.
Hier in Mt Isa hat uns erstmal ein kleiner Kälteschock empfangen, hier ist nämlich wirklich Winter und die nächtlichen Temperaturen sinken bis auf den Gefrierpunkt. Inzwischen sind wir wirklich froh, Schals und Handschuhe mitgenommen zu haben, sonst müssten wir doch ziemlich frieren.
Die Fahrt hier her war irgendwie ein Kuriosum, fahren wir doch auf der Hauptverbindungsstraße zwischen Ostküste und Outback und doch ist einfach nichts los. Der Highway ist wie immer einspurig in jede Richtung und teilweise so eng, dass man fast nicht aneinander vorbei kommt. Die Städtchen, die den Highway alle paar hundert Kilometer säumen gleichen eher einem Dorf und wir konnten ob der Einsamkeit und Langeweile, die hier herrscht teilweise nur staunen. Die Benzinpreise sind dafür nicht wirklich zum lachen, sie steigen alle 100km um 10 Cent pro Liter an und wir sind nur froh, dass sich Daisy dazu entschlossen hat, ihren Benzinverbrauch um 1,5 Liter pro 100km zu drosseln. Tja, soviel können ein passender Reifendruck und ein funktionierender Motor ausmachen. Apropos Motor, der arbeitet momentan absolut einwandfrei und fährt uns schön brav mit 110km die Stunde durchs Outback.
Heute nachmittag werden wir nach dem Besuch der School of Air (eine Schule, die über Radio bzw. Funk die Kinder auf den Farmen im Outback unterrichtet) Mt Isa schon wieder verlassen und Richtung Grenze zum Northern Territory fahren. Nachdem wir viel Zeit an der Küste vertrödelt haben, möchten wir nun Kilometer wett machen und außerdem gibt es hier in den Outbackstädtchen auch nicht so wirklich viel zu tun, wenn man nicht gerade für jede Sehenswürdigkeit horrende Eintrittspreise bezahlen möchten.

Dann wünscht uns weiterhin viel Glück für unsere Tour durchs Outback und wir senden euch ein wenig sommerliche Hitze, tagsüber wird es hier nämlich trotz Winter ziemlich heiss.

Viele liebe Grüße
Muriel und Tobi

Dienstag, 7. Juli 2009

Das Ende der asphaltierten Welt

Hallo ihr Lieben,

ja, wir müssen uns schämen, so lange wie wir uns schon wieder nicht mehr gemeldet haben. Aber die Zeit vergeht einfach wie im Flug.
In den Wochen seit dem Motorschaden haben wir viele Kilometer zurück gelegt und sind inzwischen im tropischen Cairns angelangt und froh darüber, im Winter hier zu sein. 28 Grad und keine Wolke am Himmel können nämlich ganz schön warm werden und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es uns bei schwülwarmen 40Grad gehen würde...
Um nicht nur von Stadt zu Stadt zu fahren, haben wir uns die letzten drei Tage etwas Erholung und Ruhe im Daintree Nationalpark gegönnt, einem wunderschönen Fleckchen Erde, einer World Heritage Site wohlgemerkt, an dem tropischer Regenwald und Riff direkt aufeinander treffen. Neben endlosen Stränden hat dieser Nationalpark tolle Regenwälder zu bieten, deren Ökosystem so fragil ist, dass es nur auf kurzen Wanderwegen zu erkunden ist.
Ja und dann waren wir auch schon am nördlichsten Punkt der asphaltierten Zivilisation von Queensland angekommen, dem Cape Tribulation!! Nördlich von hier gibt es in Queensland keine asphaltierte Straße mehr, und somit war auch für uns Schluss und wir mussten die Cape York Halbinsel außen vor lassen.
Morgen werden wir noch eine Schnorcheltour aufs Great Barrier Reef machen, bevor wir uns auf unseren langen Weg ins Outback, Richtung Uluru/Ayers Rock machen werden.

Wir hoffen, euch geht es allen gut Zuhause und senden euch sonnige, liebe Grüße aus Cairns
Muriel und Tobi

Sonntag, 14. Juni 2009

Operation geglückt, Patient lebt...

So liebe Leserinnen und Leser,

nachdem es mehrere Male im Laufe der Woche nicht mehr danach ausgesehen, hat sich unser ganzer Aufwand gelohnt und wir können unsere Reise so fortsetzen, wie wir es geplant haben. Aber erstmal alles von Anfang an.
Es geschah am letzten Samstag, als unsere Daisy aus heiterem Himmel auf einmal seltsame Töne von sich gab und schließlich stehen blieb. Glücklicherweise sprang der Motor kurz darauf wieder an, lief aber äußerst unruhig. Durch diese Tatsache beunruhigt, suchten wir die nächste Werkstatt auf und fragten nach Rat. Wie wir feststellen mussten, haben Werkstätten in Gladstone leider Samstags nicht geöffnet.Letzten Endes fanden wir aber einen Mechaniker, Corey, der zwar nicht wirklich geöffnet hatte, sich aber kurz unser Vehikel anschaute und eine für uns niederschmetternde Diagnose stellte : A broken headgasket!!!!!!!!!! Übersetzt, eine kaputte Zylinderkopfdichtung!!!!!! Reperaturkosten 1800 - 3000 Aus$!!!!! Für eine genauere Bestimmung sollten wir aber am Dienstag noch einmal vorbeikommen und einen Compressiontest machen lassen. Uns war von vornherein klar, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, unsere Reise, so wir sie geplant hatten, vor dem Aus steht. Geschockt fuhren wir davon und suchten uns ein Plätzchen für die Nacht.
Am nächsten Morgen dann der absolutue Tiefpunkt. Das Auto sprang überhaupt nicht mehr an! Was tun??? Betrübt beschlossen wir, uns erstmal in einem netten kleinen Backpacker Hostel dem einzigen hier in Gladstone, einzuquartieren, um eine warme Dusche und ein weiches Bett zu genießen. Schnell fand sich auch ein netter Australier, der sich bereit erklärte, unser Auto zu unserem Hostel abzuschleppen. Nun blieb uns nichts mehr übrig, als bis Dienstag zu warten. Wir überlegten uns, wie es denn weitergehen sollte.
Am Dienstag wurde es dann amtlich, die Zylinderkopfdichtung war durch und an ein Weiterfahren nicht zu denken. DIe Kosten für eine Reparatur sollten sich auf mindestens 1500 Aus$ belaufen.
Sollte dies das Ende unseres Traumes gewesen sein, mit dem eigenen Auto einmal um Australien zu fahren???? Wir beschlossen NEIN!!!!!!!!
Auch wenn die Idee verrückt klang, entschieden wir uns, es zumindest zu versuchen und die Zylinderkopfdichtung selbst zu wechseln. Dankenswerterweise stellte uns Peter, der Besitzer des Hostels in dem wir untergekommen sind, einen Platz in seiner Hofeinfahrt und alle seine Werkzeuge zu Verfügung. So machten wir uns am Mittwoch an die Arbeit und begannen, Daisy zu zerlegen. Durch unsere Reparatur im Hof, lernten wir mehr und mehr Menschen aus unserem Hostel kennen und es entiwckelten sich auch richtige Freundschaften. Auch wenn niemand hier jemals zuvor eine Zylinderkopfdichtung selber gewechselt hat, unterstützten uns doch alle mit Rat und Tat bei unserem Vorhaben. Als besonders hilfreich und geschickt (wenn auch manchmal etwas rustikal ;)stellte sich dabei ein netter junger Phillipino namens Rufino heraus. Er war es, der mit uns die meiste Zeit am Auto verbrachte.
Obwohl niemand wirklich daran geglaubt hatte, war es doch am Samstag soweit, dass wir den Motor wieder zusammen gebaut hatten und versuchen konnten unser Auto zu starten. Und siehe da, wir haben uns nicht selber in die Luft gesprengt, sondern das Auto lief! Wenn auch mit einer dicken weißen Rauchfahne aus dem Auspuff. Nachdem sich die erste Freude über diesen Teilerfolg gelegt hatte, machten wir uns am Sonntag an die Feineinstellung und konnten wirklich gegen Abend unser Auto starten und es lief, ohne Rauch und sonstiger Probleme.
JUHUHUHUHUHUHUHUHUHUU!
Überglücklich genoßen wir noch den Rest des Abends.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit unserer Daisy zu Corey, der Mechaniker mit dem wir uns angefreundet hatten und ließen ihn einen kurzen Blich auf das Auto werfen und er war beeindruckt von unserer Arbeit. Alles passte!!!!!!!!!!!

Durch unsere Arbeit und dank der vielen Menschen die uns unterstützt haben, konnten wir unsere Daisy reparieren und mussten dafür nur 150 Aus$ anstatt mindestens 1500 Aus$ ausgeben und können unseren Traum, einmal mit dem eigenen Auto um Australien zu fahren, fortsetzen.

Wir möchten uns noch ganz herzlich bei Peter und seiner Frau Lynda bedanken, die uns in ihrem Hostel aufgenommen haben und uns mit Werkzeug und Wissen versorgt haben. Ebenso möchten wir Cory und seiner Frau Jacinta unseren Dank aussprechen, dafür, dass sie uns mit Fachwissen und Spezialwerkzeug versorgt haben und am meisten danken möchten wir Rufino, der sich drei Tage mit uns am Auto abgmeüht hat und nie die Geduld verloren hat.
DANKESCHÖN!!!!!!!!!!!
Auch ein liebes Dankeschön an Rezza, Guzlar, Vincent und Leeroy. Danke Jungs!!!!!!

Muriel und Tobi

Montag, 8. Juni 2009

So ist das Leben...

...und schon stehen wir vor einem Problem!
Gerade lief unser Auto noch brav wie eine Nähmaschine und auf einmal das.
Völlig unerwartet hatte unsere Daisy keine Lust mehr und beschloss, uns mit einem mittelgroßen Motorschaden hier in Gladstone für ein paar Tage festzusetzen.
Wie es weitergehen soll wissen wir im Moment noch nicht, nur dass die Reparatur wohl etwas kostenspieliger werden wird, wenn wir uns dafür entscheiden sollten.
Nun ja, wie dem auch sei, werden wir morgen ein paar Wrecker ablaufen und versuchen, doch noch eine irgendwie finanzierbare Lösung für unser Problem zu finden. Viel lässt unser Budget leider nicht zu...
Das traurigste an der Geschichte ist die Tatsache, dass alles aus heiterem Himmel kam und es vorher keine Anzeichen für einen Schaden gab und wir uns gerade alles nach unseren Wünschen ausgebaut hatten...

Drückt uns die Daumen...

Liebe Grüße

Tobi und Muriel

p.s. wir denken über die Einrichtung einer Spendenhotline nach ;)) (späßle)

Samstag, 6. Juni 2009

Back on the road...

So Ihr Lieben,

nachdem Ihr ja doch schon länger nichts mehr von uns gehört habt, soll hier ein kleines Update folgen. Inzwischen ist nämlich Folgendes passiert.
Schweren Herzens haben wir uns am Samstag vergangener Woche von Karin und Salem (an dieser Stelle sei auch noch ein ganz großes DANKESCHÖN an an die Beiden für ihre liebe Gastfreundschaft und ihre tolle Unterstützung gesagt!) getrennt und uns wieder mit unserer frisch „gestylten“ Daisy Diesel, diesen Namen trägt unser Auto nun ;), auf die Straßen Australiens begeben.
Unser erstes Ziel war der Markt in Eumandi. Hier fanden wir neben vielen Leckerein, wie die German Bratwurst, auch liebevolle Stände die selbsthergestellte Musikinstrumente, Kleidung, Honig, etc anboten. Insgesamt verbreitete der Markt einen bezaubernden alternativen Flair. Nach kurzem Verweilen gings dann auch schon wieder weiter in das schöne und etwas noblere Küstenstädtchen Noosa. Hier konnten wir den Sonnenuntergang bewundern, sowie zwei weitere Touristen, die es schafften sich mit Ihrer Angel eine Möwe zu angeln. Das arme Tier konnte nach einer kurzen OP seinen Flug fortsetzen.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit und kurz vor unserem Abendessen, machten wir die Bekanntschaft mit einem deutschen Päarchen aus Köln und wurden von diesem noch mit leckerem Kuchen versorgt. Leider mussten wir unseren Schlafplatz am Meer doch noch unerwarteter Weise „räumen“, da eine Horde Jugendlicher beschlossen hatte, keine 10 Meter von uns entfernt einen Geburtstag zu feiern und es dem entsprechend laut wurde und an Schlaf nicht mehr zu denken war.
Glücklicherweise fanden wir keinen Kilometer entfernt ein ruhigeres Eckchen und konnten hier unseren Schlaf fortsetzen.
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt in den wärmeren Norden fort und erreichten Tin Can Bay. Dieser Ort hat außer seinem lustigen Namen noch einen weitere Attraktion zu bieten, nämlich zwei zahme, frei lebende Delphine, welche jeden Morgen in den Hafen kommen und sich dort brav von Touristen wie uns füttern lassen. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Nachdem auch wir ein kleines Frühstück zu uns genommen hatten, ging es weiter über das kleine verschlafene Maryborough, der Stadt in der die Autorin von Mary Poppins geboren wurde, nach Hervey Bay. Hier trafen wir wieder, wie auch schon in Tin Can Bay, unser Kölner Päarchen. Da uns die Wetterlage an diesen Tagen zu unsicher erschien und wir keinen Reinfall erleben wollten, haben wir beschlossen, Fraser Island erstmal auszulassen und später, wenn hier wieder der Sommer herrscht, nachzuholen. Zu unserer Unterhaltunmg lernten wir auch noch drei Jungs aus dem schönen Thüringen kennen, mit denen wir einen netten Abend teilten.
Frisch erholt ging es am nächsten Tag weiter gen Bundaberg um die dortige Rumdestillerie zu besichtigen. Da allerdings die Besichtigung mit 25 Dollar weitaus teuerer sein sollte, als in unseren Reiseführern beschrieben, entschieden wir uns, etwas entäuscht, Bundaberg wieder zu verlassen und direkt weiter zu fahren nach „Agnes Water“ und „Town of 1770“. Hier war es im Jahre 1770, als James Cook, noch nicht Käptain(!), das erstemal seinen Fuß auf queensländische Erde setzte. Daher entschied man sich der Stadt den Namen „Town of 1770“ zu geben. Hier erlebten wir drei wundervoll erholsame Tage mit Sonne, Strand und Meer und trafen (wieder einmal) auf unser Kölner Päarchen.
Darüber hinaus machten wir neue Bekannschaft mit einem Mitarbeiter des örtlichen Councils, welcher für die Pflege des Parks zuständig war, in dem wir nächtigten. Dieser nette Herr war von uns anscheinend so begeistert, dass er uns am zweiten Tag ein kleines Maskottchen für unser Auto, einen Koalabären, schenkte und wir ihn auf eine Tasse Kaffee einluden. Auch lernten wir hier zwei australische Backpacker, Melissa und ihren Freund, kennen, die uns gleich anbot auf der Farm ihrer Eltern, auf Kangaroo Island, als wwoofer und Schafscherer zu arbeiten. Dieses Angebot ließen wir uns natürlich nicht engehen und tauschten schonmal die Adressen und Nummern aus. Auch wurde uns von den Beiden ein kleiner Crashkurs gegeben, wie man die Angel, welche wir uns inzwischen gekauft hatten, richtig benützt.
Am dritten Tag verließen wir diesen schönen Flecken Erde und fuhren weiter nach Tannum Sands, einem Vorort der Industriestadt Gladstone und verbrachten hier die Nacht. Nun sind wir auf dem Weg nach Gladstone, um auch diese Stadt zu erkunden.

Wie Ihr lesen könnt, geht es uns soweit also ganz gut und wir setzen unseren Weg, einmal rund um Australien, Kilometer für Kilometer fort.
Wir hoffen, dass bei Euch auch alles in Ordnung ist und schicken Euch sonnige Grüsse vom anderen Ende der Welt.

Das solls dann soweit auch gewesen sein für heute. Machts gut und bis demnächst.

Euer Tobi und Eure Muriel

Dienstag, 26. Mai 2009

Die ersten 1000 Kilometer

Hallo,

nach einer kleinen Ewigkeit kommen wir nun endlich wieder dazu, einen Bericht unserer Erlebnisse online zu stellen.
Nachdem wir am 8. Mai Sydney verlassen hatten und uns erstmal mit dem ungewohnten Linksverkehr rumschlagen mussten, machten wir uns auf den Weg Richtung Brisbane, ca. 1000km entfernt, ohne Umwege. Wir machten jedoch gleich mal eine ganze Menge Umwege und Extrakilometer, um im strömenden Regen unseren ersten Schlafplatz für die Nacht zu suchen.
Am nächsten Morgen ging es weiter in den Barrington Tops Nationalpark, leider nur in den südlichen Teil, nicht auf den berühmten Barrington Tops Forest Drive, aber doch sehr schön. Und noch einen Tag später fanden wir uns im wunderschönen Port Maquarie wieder, welches uns einen sehr sehr verregneten Empfang bereitete. Trotz des vielen Wassers machten wir uns auf den Weg ins Port Maquarie Koala Hospital und bestaunten die putzigen Tierchen beim Abendessen. Der nächste Tag hielt dann endlich wieder viel Sonne für uns bereit, einen wunderschönen Strand und viele freie Zeit. Diese nutzen wir erstmal, um unser neu erstandenes Auto auszumisten und siehe da, wir fanden jede Menge merkwürdige Dinge. Zumindest dann merkwürdig, wenn man bedenkt, dass es ein Backpacker-Bus ist und keine Wohnung. So fanden sich jedenfalls ein Bügeleisen, ein großer Ventilator, ein kleiner Fernseher und eine Nintendo-Spielkonsole (???). Keine Ahnung, was Daisy's Vorbesitzer so damit angestellt haben. Wir jedenfalls haben uns schnell dieser Dinge entledigt, da sie nur Platz verbraucht haben und von wenig Nutzen sind, wenn man immer irgendwo entlang der Straße übernachtet und keinen Strom hat.
Nach zwei sehr schönen und entspannten Tagen in Port Maquarie ging es weiter nach Coffs Harbour, was sich für uns als eher enttäuschend und langweilig raus stellte. Allerdings verbrachten wir einen ziemlich lustigen Vormittag in der Commonwealth Bank um eine Versicherung für unser Auto abzuschliessen. Die arme Dame dort, Debbie, musste sich damit rumschlagen dass wir weder Australier waren, noch eine feste Adresse haben, bzw. eine Kontaktadresse in Queensland, eine Garaging Adress (da wo das Auto normalerweise steht...) in Potts Point in Sydney, jedoch in Western Australia gemeldet ist und dann noch dazu Muriel die offizielle Autobesitzerin ist, jedoch Tobi das Konto bei der Bank hat. Es war jedenfalls eine totales Durcheinander und hat mehrmals die telefonische Hilfe von einem Daniel in Sydney beansprucht, um die Versicherung überhaupt abschliessen zu können. Alle Beteiligten sind jedoch ganz locker, sehr nett und vor allem sehr lustig geblieben. Nachdem Coffs Harbour außer einem Aldi nichts weiter für uns zu bieten hatte, machten wir noch ein paar Kilometer auf dem Highway One wett und verbrachten die Nacht in Grafton, einem schönen kleinen Landstädtchen mit tollen alten viktorianischen Häusern. Leider ist diese Stadt ein paar Tage später von den enormen Unwettern komplett unter Wasser gesetzt worden.
Quer durch Zuckerrohrfelder und ein verrücktes kleines Dorf, das denkt es sei in Schottland, ging es dann ins berühmte Byron Bay am östlichsten Zipfel australischen Festlands. Auch hier genehmigten wir uns zwei schöne Tage am Strand und auf Cape Byron. Die Sonnenauf- und untergänge sind hier einfach fantastisch und mit etwas Glück bekommt man sogar Delfine zu sehen. Ein paar Wochen später hätten wir auch Buckelwale sehen können. Allerdings ist dieser Ort so voll mit Backpackern, dass fast überall das Schlafen im Auto auf Parkplätzen verboten war. Sowas hatten wir in den Tagen davor noch nicht erlebt und es war wirklich eine entnervende Suche nach einem Schlafplatz.
Über viele kleine Landstraßen durchs absolute Hinterland New South Wales (so hat es sich jedenfalls angefühlt, auch wenn es nur knappe 50km von der Küste entfernt war) ging es hoch in die Berge in den Lemmington Nationalpark, direkt hinter der Grenze zu Queensland. Mit einer berauschenden Aussicht auf die Küste und leider auch auf Surfers Paradise mit seinen Hochhäusern beschlossen wir den ersten Abend im Nationalpark, nur um am nächsten Tag 16 Kilometer durch seine Wälder zu wandern. Und was für ein Regenwald das war. Alle paar hundert Meter änderte sich der Wald von gemäßigt tropisch in kalt tropisch zu weiteren Formen von Baumbestand. Jedenfalls konnten wir nach 16km vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen und waren irgendwie froh, endlich wieder die Sonne sehen zu können. Der Regenwald war so dicht und bewachsen, dass man im Endeffekt nichts außer dem Weg vor einem sehen konnte, mit jeder Menge unbekannten Geräuschen und Vogelrufen, die wir nicht zu ordnen konnten.
Als wir nach der Wanderung verschwitzt und müde im Bus saßen, kam uns plötzlich die grandiose Idee, einfach noch schnell 100km zu meiner Tante zu fahren und eine wunderbar heisse Dusche genießen zu können. Gesagt, getan und es war eine wohl weise Idee, denn am nächsten Tag fing es an zu regnen und sollte für die nächsten 3 Tage auch nicht mehr aufhören. Allerdings dürft ihr euch das nicht wie einen normalen deutschen Regen vorstellen, sondern eher wie eine voll aufgedrehte Dusche. Es hat so sehr geregnet, dass das Haus meiner Tante nach einem Tag an drei Seiten von Wasser eingeschlossen war und ebenso die ganze Ortschaft. Wir konnten nirgends mehr hinfahren und uns ging es noch gut. Die Nachbarortschaften standen metertief im Wasser und an der Küste hat es ganze Strände weggerissen. Nach drei Tagen ist das Unwetter dann weiter Richtung Süden gezogen und nun steht alles was wir in der Woche davor besucht hatten komplett unter Wasser.
Die letzten Tage haben wir dann damit verbracht an unserem Auto zu werkeln. Erst bekam Daisy einen neuen Innenanstrich, dann eine kleine Sitzbank, gemacht aus zwei alten Nachttischen, eine neue Schiene für die Schiebetür und schlussendlich drei Landschaftsgemälde auf die Seitenflächen. So ausgerüstet und herausgeputzt geht es die nächsten Tage auf Erkundungstour in und um Brisbane und dann endlich auf die große große Reise rund um Australien, immer dem Highway Number One folgend.

Fotos können wir momentan leider nicht online stellen, werden aber folgen, sobald wir eine bessere Internetverbindung haben.

Viele liebe verregnete Grüße aus dem angeblichen Sunshine State Queensland
Muriel und Tobi

Mittwoch, 6. Mai 2009

Wir sind jetzt zu Dritt...!!

Tja, so schnell kanns gehen und schon hat sich unsere kleine Familie erweitert...!!
Nein, nicht was ihr jetzt denkt, unser Zuwachs besteht nur aus einem Toyota Hiace älteren Baujahres, der noch namenlos ist (vormals hiess er Robert; Namensvorschläge sind gerne willkommen) und uns hoffentlich die nächsten Monate durch Australien fahren wird.
Das Auto haben wir heute voll ausgestattet von zwei netten deutschen Jungs gekauft und sag und schreibe nur 2800 AUS $, also ca. 1600€ bezahlt.
Und so werden wir uns früher als erwartet, nämlich schon am Freitag, auf die große Reise begeben und hoffen, dass uns der Toyota keinen Ärger bereiten wird.

So, das wars auch schon wieder, Liebe Grüße Muriel und Tobi (und Toyota)